Kind sein – und was wir verlernen
Shownotes
Kinder sollen vieles lernen.
Gleichzeitig bringen sie etwas Wesentliches von Natur aus mit: Spontanität ist von Anfang an da. Lust am Erkunden und Ausprobieren. Direktes Erleben. Freier Gefühlsausdruck.
Mit der Zeit wird all das überlagert:
Wir lernen Bewertungen. Richtig und falsch. Die Frage, wie wir wirken.
Damit entsteht ein Abstand zwischen Impuls und Ausdruck.
Was vorher unmittelbar war, wird gefiltert, zensiert, angepasst.
Der Spielraum verengt sich.
Was erweitert ihn? Zusammenspiel. Bewegung. Natur. Stille.
Gespräch 11
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Transkript anzeigen
00:00:00: [B] Lieber Dittmar, ich arbeite viel mit Kindern und da ist die Frage aufgekommen,
00:00:05: was sollten Kinder eigentlich fürs Leben lernen?
00:00:09: [D] Warum arbeitest du mit Kindern? Was möchtest du denen vermitteln?
00:00:13: [B] Also grundsätzlich arbeite ich gerne mit Kindern, weil es mir Spaß macht und
00:00:20: weil es so ehrlich, direkt und echt ist.
00:00:26: Also jeglicher Kontakt mit jungen Menschen, mit Kindern, der fühlt sich sehr frisch und einfach
00:00:31: ohne viele Filter an, ohne viel Vorgabe. Vor allem, wenn man noch mit jüngeren
00:00:35: Kindern arbeitet. Und da zieht es mich einfach hin, das macht mir großen Spaß,
00:00:40: auch wenn es mal anstrengend ist natürlich, aber es ist einfach eine große Freude für mich.
00:00:45: [D] Und das ist ja vielleicht eine Sache, was sollen sie lernen?
00:00:50: Anders gesagt, was ist schön, wenn sie das beibehalten?
00:00:54: Und jetzt, wie du sagst, ehrlich, frisch, direkt,
00:00:58: dass sie das beibehalten können, das wäre schon mal sehr sinnvoll, weißt du?
00:01:02: Also so: Was ist natürlich und verlieren viele,
00:01:08: wenn sie Jugendliche oder Erwachsene werden oder gerät dann eher in den Hintergrund?
00:01:13: Ja, es gibt Sachen zu lernen: Lesen,
00:01:15: Schreiben und Manieren. Und gleichzeitig ist es: Wie bleibe ich meiner Natur treu?
00:01:24: Wie bleibe ich in dieser direkten, frischen Art?
00:01:31: Was ich weiß, was du den Kindern bietest, ist,
00:01:35: Sachen zusammen zu machen. Also, um es mal erwachsen zu sagen, Teamwork.
00:01:43: Ja, und das, glaube ich, ist auch was sehr, sehr Wesentliches zu lernen:
00:01:48: für andere da zu sein, auf andere Rücksicht zu nehmen, sich von anderen helfen zu lassen.
00:01:54: Ja, und sich zu ergänzen, also zusammenwirken zu lernen, Zusammenspiel. Das, glaube ich,
00:02:00: ist sehr, sehr wesentlich. Was wirklich ein Hindernis
00:02:05: inzwischen für viele Kinder ist, ist, dass sie sehr wenig Stille erleben.
00:02:14: Dass die Versuchung sehr, sehr groß ist,
00:02:17: irgendwie Medien zu konsumieren. Und das geht sehr, sehr früh los.
00:02:23: Und was hilfreich wäre, glaube ich, ist, Zeit in der Natur zu haben.
00:02:30: Zum Beispiel auf einer Wiese zu liegen und in die Wolken zu schauen.
00:02:34: Ja, und einfach mal für ein paar Minuten nur da zu sein und nur die Erde zu fühlen.
00:02:41: Nur in den Himmel zu schauen.
00:02:43: Was hilft, um natürlich zu bleiben, sind diese zwei Sachen:
00:02:47: Mit anderen zusammen zu spielen oder was gemeinsam zu lernen.
00:02:53: Team, Sport, was ihr alles anbietet.
00:02:57: So Forscher Team zu sein und gemeinsam was zu erkunden und so.
00:03:01: Und der andere Aspekt ist einfach, draußen zu sein und sich als Teil der Natur zu erleben.
00:03:09: [B] Ich finde es ganz schön und spannend, was du angesprochen hast,
00:03:13: so, dass es ja eigentlich nicht wirklich darum geht, was, in dem, über das wir jetzt reden,
00:03:19: was Neues zu lernen, sondern eigentlich Dinge, die natürlich angelegt sind, nicht zu verlernen.
00:03:25: Weil, wenn ich, wenn ich ja zum Beispiel jetzt an Workshops denke,
00:03:28: die ich bei jüngeren Kindern gemacht habe, zwischen 7, 8,
00:03:31: 9 und 10, wenn ich da eine Frage in den Raum geworfen habe, sind die Hände oben gewesen.
00:03:35: Und da war so ein natürlicher Impuls von: Wir möchten mitmachen, wir sind interessiert da.
00:03:41: Und ganz spannend, eigentlich auch ein bisschen traurig, muss ich fast sagen, wenn man dann mit
00:03:45: 15, 16-Jährigen arbeitet und ähnliche Fragen in den Raum wirft, dann ist manchmal so,
00:03:50: dass da gar kein Feedback kommt, gar keine Hand oben ist oder keine Antworten kommen.
00:03:58: Und da habe ich schon gemerkt, so, wie schade das eigentlich ist.
00:04:00: Und wenn man dann länger mit den Älteren auch zusammenarbeitet und eine Verbindung aufbaut,
00:04:04: dann kommt da so viel, wenn dann mehr Raum da ist und mehr Lust und Sicherheit da ist.
00:04:10: Und dieses, von Beginn an, diese Natürlichkeit da irgendwie sich beizutragen und einzubringen,
00:04:17: das ist ja schon in dieser Zeit ganz anders.
00:04:20: [D]: Ja, da kommen dann Sachen ins Spiel, wie zum
00:04:26: Beispiel „jetzt nichts Falsches sagen“ oder „jetzt nicht uncool wirken“ oder so.
00:04:33: Weißt du, also so, wie wirke ich jetzt auf die anderen, wenn ich so bin:
00:04:38: „Herr Lehrer, ich weiß es“ oder sowas. Oder ich sage was und: „Nein, falsch.“
00:04:44: Also das ist ja einfach was, was durch Schule oft entsteht:
00:04:48: Es gibt die eine richtige Antwort und wenn du die nicht weißt, bist du halt nicht gut.
00:04:52: Und wenn du sie weißt, hast du bestanden.
00:04:56: Dass Wissen eher auswendig lernen ist von vorgegebenen Antworten,
00:05:01: im Gegensatz zu: diese natürliche Entdeckerfreude und diese Neugier, die Kinder von Natur aus haben.
00:05:10: Ja, also das ist, wenn ein Kind in einen Raum kommt, schaut es sich um
00:05:17: und findet mit Sicherheit irgendwas zum Spielen oder zum Ausprobieren oder zum Anfassen, Erkunden.
00:05:24: Bis wir halt lernen, in den Raum reinzukommen und zu sehen, ah,
00:05:27: da ist das Sofa, zack, und das Smartphone rauszuholen.
00:05:31: Also deswegen, wie du sagst, was braucht ein Kind,
00:05:34: wie kann das gefördert werden, was es von Natur aus mitbringt?
00:05:37: Diese Entdeckerfreude, diesen Forschergeist und auch die Bewegungslust.
00:05:46: [B] Da gibt es ja den Spruch auch, dass wir, bevor wir gehen, tanzen.
00:05:52: Und Tanzen ist eigentlich was sehr Nicht-Überlegtes
00:05:55: oder sehr Freies und sehr Unwillkürliches.
00:05:58: Und da gibt es ja auch lustige oder voll schöne Videos, die sehr berührend sind,
00:06:01: wenn einfach ein Baby oder ein Kind zum Tanzen beginnt, beim Straßenmusik oder so.
00:06:05: Und man sieht selten, glaube ich, jetzt
00:06:07: ältere Jugendliche oder auch Erwachsene dann einfach so tanzen, wenn es ihnen danach ist.
00:06:15: Und ich merke da auch, ich kann mich erinnern, ich habe mich schwer getan,
00:06:19: teilweise wenn ich unterwegs war oder so, in einer Disco oder jetzt woanders, frei zu tanzen.
00:06:25: Weil auch durch meine Größe, ich bin ja recht groß, 1,98, war das noch mehr:
00:06:30: Wer sieht mich, wie schaue ich aus und so.
00:06:31: Und ich habe da wirklich Jahre selbst beobachtet, wie sich das aber auch
00:06:34: entwickelt hat und dann wieder irgendwie schöner worden ist und wieder angenehmer worden ist.
00:06:39: Und wie es sich jetzt anfühlt, wenn man befreit tanzt und einfach sich ein bissl gehen lässt.
00:06:43: Das ist, also auch diesen Unterschied zu merken, wie das sich anfühlt, wenn das sehr unfrei und
00:06:50: sehr kopflastig, sehr im Gedanken festhängt: Was denken die jetzt und so weiter,
00:06:55: wie wirke ich, wie schaue ich aus? – und wie das ist, wenn das einmal wegfällt.
00:06:58: Oder muss ja nicht ganz wegfallen, sondern zumindest ein bisschen mehr wegfallen.
00:07:02: [D] Ja, vielleicht auch ein bisschen situationsabhängig wegfallen.
00:07:07: Wann geht es darum, Standards zu entsprechen?
00:07:11: Vielleicht im Straßenverkehr ist das sinnvoll oder in der Polizeikontrolle.
00:07:18: Und wann ist das hinderlich? Eben wie du sagst, beim Tanzen zum Beispiel.
00:07:25: Wenn ich mich aus einer kritischen Beobachterposition sehe sozusagen,
00:07:30: wer könnte das jetzt blöd finden oder so, dann … natürlich geht der Spaß dann verloren.
00:07:36: Im Gegensatz zu zum Beispiel:
00:07:39: Meine Nichte, als die vier Jahre alt war, drei oder vier, war die bei einem ziemlich
00:07:46: großen Konzert oben auf der Bühne. Und natürlich hat die getanzt.
00:07:49: Und natürlich hatte sie ihre Fans, aber darum ging es überhaupt nicht.
00:07:54: Ja, weil einfach sie hatte … da war Musik, also tanzt sie.
00:07:57: Und sie war auf der Bühne, also tanzt sie auf der Bühne.
00:08:01: Ohne irgendwie: „Das finden die jetzt bestimmt cool“ oder „das finden die
00:08:04: bestimmt uncool“ oder sowas, sondern: „ Das macht mir Spaß. Die Musik fühlt sich
00:08:10: körperlich gut an, also bewege ich mich.“
00:08:14: Und natürlich überhaupt keine Ahnung von Tanzschritten und Abfolgen und
00:08:19: gut oder schlecht, sondern einfach nur Spaß.
00:08:22: [B] Und was kann da unterstützen oder helfen, wieder mehr in die Richtung sich zu entwickeln?
00:08:29: Also bei mir war es so irgendwie viel Zeit und viel so diesen Unterschied auch zu merken,
00:08:33: wie fühlt sich das an und was möchte ich eigentlich wirklich?
00:08:36: Aber das war jetzt nicht ein Prozess von Tagen oder Wochen.
00:08:37: Wirklich, ich kann mich erinnern, es waren Jahre dazwischen so, wie sich das peu à peu entwickelt
00:08:41: hat und da Interesse und Zug dahin war irgendwie: Wie möchte ich irgendwie lebendig sein?
00:08:47: Möchte ich verkrampft lebendig sein oder möchte ich möglichst frei lebendig sein?
00:08:51: Und das ist, wie du auch schon gesagt hast, die Situation natürlich unterschiedlich.
00:08:54: Aber was kann da helfen, irgendwie wieder, nennen wir es mal unter Anführungsstrichen,
00:08:59: natürlicher zu sein oder sich natürlicher zu geben?
00:09:03: [D]: Ich glaube, so was, zum Beispiel, was du anbietest und ich weiß nicht,
00:09:08: ob es das gibt, aber so zum Beispiel Tanzworkshop, wo es nicht darum geht …
00:09:12: [B] Gibt's.
00:09:12: [D] Ok. gibt’s. Wo es nicht darum geht, irgendwie könnte ich mir vorstellen, jetzt wer ist der Beste
00:09:21: und wir vergeben Punkte oder sowas, sondern es ist einfach, es macht Spaß zusammen zu tanzen.
00:09:26: Und jeder und jede kann ihren Tanzstil haben, ihre eigene Art. Einfach so ein dünner Körper bewegt
00:09:36: sich anders als ein dicker Körper oder ein großer Körper bewegt sich anders als ein kleiner Körper.
00:09:41: Und jeder auf seine Art und dazu zu stehen, ja, so bewege ich mich.
00:09:51: Und dann zu erleben, zum Beispiel, da ist eine Gruppe,
00:09:54: die das super findet – nicht, weil ich so toll tanze, sondern weil ich frei tanze,
00:10:00: weil ich mir das erlaube und damit den anderen auch die Erlaubnis gebe.
00:10:04: Ja, dass es nicht geht: „Ah, ich habe diese Schritte perfektioniert,
00:10:08: auswendig gelernt, vor dem Spiegel geübt und jetzt kann ich es euch zeigen!“
00:10:11: Ja, sondern einfach, hey, die Spontanität da drin, weißt du? Und Spontanität ist ja das,
00:10:17: was behindert wird, durch „kommt es gut an“, ja?
00:10:23: Durch diese kritische Perspektive,
00:10:24: mit der wir uns selbst anschauen: „Bloß keinen Fehler machen jetzt!“
00:10:29: All das, was einfach nur unnötig ist,
00:10:33: wenn uns die Musik gefällt und wir diese Spontanität im Körper fühlen.
00:10:40: Also, deswegen ist die Frage, was ist schön, wenn Kinder lernen, ist: Spontanität beizubehalten.
00:10:47: Und natürlich gibt es auch gewisse … Wir lernen Höflichkeiten.
00:10:51: Wenn ein kleines Kind spontan sagt: „Schau mal, der Mann,
00:10:54: wie dick der ist!“ oder sowas, dann könnte es verletzend für jemand sein.
00:10:57: Und deswegen, das ist was, was wir dann auch lernen, Empathie oder Höflichkeitsregeln.
00:11:05: Aber da ist immer noch sehr, sehr viel Spielraum für Spontanität.
00:11:10: Wenn nicht diese Perspektive die Oberhand gewinnt:
00:11:14: „Komme ich gut an, entspreche ich den Standards, mache ich alles richtig, mache ich nichts falsch?“
00:11:21: Deswegen: Dieses Umfeld zu haben, in dem es nicht darum geht, alles richtig zu machen,
00:11:27: sondern gemeinsam Spaß zu haben oder gemeinsam was zu entwickeln.
00:11:33: Und dann kann es natürlich sein, also zum Beispiel bei eurem Tanzworkshop gibt
00:11:37: es vielleicht ja auch dann eine gemeinsame Choreografie oder so.
00:11:42: Aber wo es nicht darum geht, das perfekt zu machen,
00:11:46: sondern einfach in diesem Gruppengeist aufzugehen.
00:11:49: [B] Ich denke gerade an das letztjährige Camp,
00:11:55: wo wir ja verschiedene Dinge gemacht haben, von einmal einen Morning Dance auch,
00:12:01: wo wir einfach Musik in einem Raum machen und es kann jeder tanzen.
00:12:05: Oder auch ein Tanzkaraoke, Family Day, wo auch die Eltern, Geschwister und Verwandte
00:12:09: eingeladen waren, haben dann alle gemeinsam, wer Lust hat, diesen Tanzkaraoke-Raum besucht.
00:12:16: Also gerade beim Tanzen gibt es ja so viele unterschiedliche Möglichkeiten.
00:12:19: Und das ist ja eine schöne, wie alles ja auch, Metaphern fürs Leben.
00:12:23: Es ist voll schön, gemeinsam eine Choreografie einzustudieren,
00:12:26: sich dem zu widmen, Teil von einer Gruppe zu sein.
00:12:29: Und gleichzeitig ist es voll schön, wenn man mal keine Choreografie hat,
00:12:32: sondern einfach das gerade macht, was gerade der Körper machen möchte.
00:12:36: Und das ist eben ja so, wie das Leben ja auch irgendwie.
00:12:40: [D] Ja, genau. Und wenn du Karaoke sagst, das ist ja auch so ein Thema:
00:12:45: Du hast gesagt, wir tanzen, bevor wir gehen.
00:12:50: Und so singen wir, bevor wir sprechen. Und Kinder singen halt einfach echt gern,
00:12:58: bis sie in Musikunterricht kommen zum Beispiel.
00:13:02: [B] Da habe ich eine super Geschichte, wenn ich gleich einhaken darf:
00:13:05: Musikunterricht, was in Erinnerung geblieben ist, in erste Klasse Gymnasium,
00:13:10: Musikunterricht, ich glaube sogar in der ersten Stunden, mit unserem Musiklehrer,
00:13:13: haben alle aufstehen müssen, alle Schülerinnen und Schüler.
00:13:16: Und der Lehrer ist von Tisch zu Tisch gegangen, hat sich vor uns hingestellt,
00:13:21: hat einen Ton vorgesungen, vor einer Person, zum Beispiel jetzt von mir.
00:13:24: Er hat vorgesungen und dann hat der Schüler die Schülerin nachsingen dürfen.
00:13:28: Und die, die es richtig gemacht haben, sind stehen geblieben. Und die, die nicht richtig
00:13:31: gesungen haben, haben sich hinsetzen müssen. Und ich habe mich natürlich hinsetzen müssen,
00:13:35: weil ich habe den Ton anscheinend nicht getroffen.
00:13:37: Ich merke aber zum Beispiel, dass ich Singen extrem schön finde.
00:13:41: Und mir, wenn jetzt die Situation passt und man mich nicht gut hören
00:13:46: kann und die Gruppe laut genug singt, ich sehr gern mitsinge.
00:13:49: Oder auch, wenn ich alleine bin in Dusche und Auto, ich sehr gerne singe.
00:13:52: Und es meiner Meinung nach gar nicht so schlecht klingt manchmal.
00:13:57: Aber wie du sagst, und das ist so schade, weil das auch so etwas Befreiendes sein kann.
00:14:02: Und da merkt man auch eigentlich, was man schon in frühen Jahren eigentlich
00:14:06: …“zerstören“ ist ein hartes Wort, aber dann doch irgendwie zerstören kann.
00:14:10: [D] Ja, behindert. Überlagert mit richtig und falsch.
00:14:17: „Das ist der Standard. Halte dich da dran.“
00:14:21: Und natürlich ist das auch ein Aspekt, der in einer Industriegesellschaft wichtig sein kann. „
00:14:28: Das sind unsere Arbeitszeiten. Halte dich dran.“
00:14:31: Oder eben, wie gesagt, Straßenverkehr. Es ist gut, sich an die Verkehrsregeln zu halten.
00:14:36: Und dann gibt es aber diese Situationen,
00:14:38: wo das einfach nicht nötig ist, wo das nicht alles überlagert.
00:14:41: Und alles Kreative oder fast alles Kreative gehört dazu.
00:14:48: Singen und Tanzen, wenn ich nicht Leistungssportler werde.
00:14:54: Wenn das nicht ist, irgendwie die Weltmeisterschaften im Tanzen,
00:14:57: wo es dann doch wieder um Punkte und richtig und so geht.
00:15:01: Wenn es klar ist, es geht um Spaß und Gemeinschaft und Selbstausdruck, dann gibt es kein Falsch.
00:15:10: Und das ist wichtig, dass Kinder das beibehalten. So wie ich es mache, ist es richtig.
00:15:15: Nicht, weil es einer Norm entspricht, sondern weil es sich so für mich anfühlt.
00:15:20: [B] Und was können Erwachsene, in dem Fall wahrscheinlich oft auch
00:15:26: Eltern oder Erziehungsberechtigte, tun, damit das erhalten bleibt?
00:15:31: Vielleicht beantworte ich die Frage jetzt erst selber aus meiner Campleiter
00:15:34: oder Vereinsobmanns-Sicht: Vorbild sein, vorleben.
00:15:39: Das merke ich eigentlich, das und einen Raum schaffen, wo die Kultur,
00:15:43: wo die Haltung so ist, dass das sein darf und dass das erhalten bleibt.
00:15:49: Würdest du dem was hinzufügen oder was ist deine Sicht dazu?
00:15:52: [D] Ich sehe das genauso. Vorleben!
00:15:54: Das spielt natürlich auch eine Rolle, was Eltern sagen.
00:15:57: Aber wie sie leben, wie sie in Situationen reagieren.
00:16:01: Wie tanzen meine Eltern? Tanzen die überhaupt jemals?
00:16:04: Geht es darum
00:16:06: bei denen, alles richtig zu machen oder geht es darum, Spaß zu haben? Das ist Vorleben.
00:16:12: Natürlich, dann kommt das Alter, wo die Kinder Teenager werden und die
00:16:17: Eltern voll peinlich sind, wie die tanzen oder was auch immer.
00:16:21: Aber egal!
00:16:22: Bis dahin haben sie vorgelebt bekommen, so ist das, frei zu sein.
00:16:30: Die Musik gefällt mir – natürlich, tanz ich da drauf!
00:16:33: Jemand findet das blöd? Ja, dann habe ich mehr Spaß als der.
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