Muss-Allergie & Tun aus Liebe
Shownotes
In dieser Solo-Folge geht es um ein Experiment zum Thema „Muss-Allergie“ – also um das innere Denken in „Ich muss …“ und die oft unmittelbare körperliche Wirkung davon: Druck, Anspannung, Widerstand, schlechte Laune.
Im ersten Teil des Experiments geht es darum, ein konkretes „Muss“ im eigenen Alltag zu wählen und zu erforschen, wie der Organismus darauf reagiert – nicht durch Bewertung, sondern durch direktes Fühlen: Atmung, Körperspannung, Blick, Stimmung, Motivation.
Im zweiten Teil wird dieselbe Tätigkeit aus einer anderen Orientierung erlebt: nicht aus Zwang, sondern zuliebe – dir zuliebe, einem schönen Leben zuliebe, aus Selbstliebe oder aus Liebe zu anderen. Dabei wird spürbar, wie sich das Erleben verändert, wenn sich der innere Bezugsrahmen von „müssen“ zu „aus Liebe tun“ verschiebt.
Das Experiment lädt dazu ein, „Muss“-Gedanken und ihre Geschwister (wie „ich sollte“, „ich müsste“, „ich darf nicht“) im Alltag schneller zu erkennen – und den dahinterliegenden liebevollen Wunsch als neue Orientierung zu wählen.
Themen der Folge:
– „Muss-Allergie“ als körperlich spürbares Phänomen – Fühlen statt Bewerten: Wie reagiert der Organismus auf „Ich muss …“? – Stimmung, Motivation und innerer Widerstand als Feedback – Das Wozu einer Handlung erfahrbar machen – Tun aus Liebe: „zuliebe“ als neue Grund-Orientierung – Geschwister des Muss: „ich sollte“, „ich müsste“, „ich darf nicht“ – Körperliches Feedback als Hinweis auf unbewusste Denkgewohnheiten – Neuorientierung: vom Zwang zur Freiheit im Tun
Mehr Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source
Transkript anzeigen
00:00:02: Hi, hier ist Dittmar, und ich habe ein Experiment für dich, zum Thema „Muss-Allergie“.
00:00:10: Mit Muss-Allergie meine ich ne Allergie, die zwar keinen Ausschlag macht, aber
00:00:15: vielen Leuten schlechte Laune macht, innerlich Druck macht, Anspannung und Widerstande erzeugt.
00:00:24: Und wie der Name sagt, ist der Auslöser von der Muss-Allergie das Denken in „Ich muss“:
00:00:31: Also: „Ich muss arbeiten. Ich muss meine Rechnungen zahlen. Ich muss was für
00:00:37: meine Gesundheit tun. Ich muss meine Tante anrufen. Ich muss noch mit dem Hund raus.“
00:00:44: Und jetzt starten wir mit dem Experiment. Wenn du gleich mitmachen willst und an einer
00:00:50: Stelle ein bisschen mehr Zeit brauchst, dann drück einfach Pause und mach weiter,
00:00:56: wenn du so weit bist. Okay? Und bei dem Experiment geht es darum, wie du auf „muss“ reagierst.
00:01:05: Also such dir ein „Muss“ in deinem Leben.
00:01:10: Nimm ein Thema, bei dem dieses Wort „muss“ auftaucht. Also, jetzt musst du „Muss“ denken!
00:01:19: Sag dir innerlich: "Ich muss …" und dann hör, wie das in deinem Kopf weitergeht. Was kommt
00:01:26: nach „Ich muss …“? Vielleicht ist das ein Gedanke, vielleicht sind das mehrere, die sich anbieten …
00:01:38: Nimm einen von denen und lass ihn wirklich da sein. Lass ihn in den
00:01:41: Vordergrund kommen und denk den und fühl, was das mit dem Körper macht.
00:01:50: Fühl, wie der Organismus darauf reagiert. Mit „Fühlen“ meine ich nicht einfach nur
00:01:55: ne Bewertung wie „ganz okay“ oder „blöd“, kein „gut/schlecht“, sondern was ist das,
00:02:03: was du wirklich fühlst? Zum Beispiel ist da vielleicht ne Anspannung oder ein Druckgefühl,
00:02:11: und wo erlebst du das? Was macht das mit der Atmung? Wie fühlen sich die Augen an?
00:02:22: Wie fühlt sich der Körper an, wenn du denkst: „Ich muss … dies und das“? Und achte auch da drauf:
00:02:33: Was macht es mit deiner Laune, mit deiner Stimmung, mit deiner Motivation?
00:02:40: Lass dir ein bisschen Zeit, das zu fühlen. Das wirklich zu fühlen, wie der Körper reagiert auf
00:02:48: diesen Muss-Gedanken, das ist super hilfreich. Und wir kommen noch dazu, wofür das hilfreich ist.
00:02:57: Aber jetzt verabschiede dich wieder von diesem Muss-Gedanken. Lass den Körper
00:03:03: wieder frei werden davon, lass ihn aufatmen, durchatmen; leg diesen Gedanken einfach ab.
00:03:18: Denn wir kommen jetzt zum zweiten Teil von unserem Experiment. Bleib also bei diesem selben
00:03:26: Thema – dieser Tätigkeit, die nach dem „Muss“ gekommen ist – und denk daran, wozu du das tust.
00:03:36: Was ist der Grund, wofür du zum Beispiel arbeiten gehst?
00:03:43: Ein Grund, warum du arbeiten gehst, ist zum Beispiel, dass du dir ein schönes
00:03:47: Zuhause leisten kannst. Dass du ein Dach über dem Kopf hast, ein Bett,
00:03:54: Strom, Wasser … Dass du dir einen gewissen Lebensstil leisten kannst:
00:04:01: Kleidung, die du magst, was Gutes zu essen, vielleicht ernährst du auch deine Familie,
00:04:08: jemanden, den du liebst … Und du arbeitest, um dir oder euch ein schönes Leben zu ermöglichen.
00:04:17: Also lass dir einen Moment Zeit, dieses Wozu nicht nur zu denken – sondern wirklich zu
00:04:23: fühlen. Also wenn du gerade zuhause bist, dann schau dich um und sieh all die schönen Sachen,
00:04:33: die du mit deiner Arbeit ermöglicht hast. Das Gerät, auf dem du das gerade anhörst,
00:04:45: die Kleidung, die du trägst – alles keine Selbstverständlichkeiten. Und vielleicht fühlst
00:04:53: du Dankbarkeit dafür. dass du ein Dach überm Kopf hast und ein schönes Zuhause. Vielleicht fühlst
00:05:01: du Dankbarkeit dir selbst gegenüber, dass du zur Arbeit gehst, auch wenn du manchmal
00:05:07: vielleicht nicht so wahnsinnig Lust drauf hast. Und hier fühlst du, wozu du das tust.
00:05:17: Lass uns noch ein zweites Beispiel anschauen und nehmen wir Fitness. Okay? Und achte auf
00:05:24: den Unterschied, ob du denkst: „Ich muss was für meine Gesundheit tun, ich muss mehr Sport
00:05:30: machen.“ – oder ob du dir vorstellst, wie schön es ist, gesund zu sein, fit, beweglich, schmerzfrei,
00:05:42: wie du das liebst, dich so zu fühlen. Und wie du dann vielleicht auch Bewegungslust fühlst,
00:05:52: die Freude an Beweglichkeit, an deinem Spielraum, Bewegungsfreiheit, Leichtfüßigkeit.
00:06:04: Und du tust das deiner Gesundheit zuliebe, deinem schönen Zuhause zuliebe, dir zuliebe,
00:06:11: vielleicht für jemanden, den du liebst. Und fühl dieses „Zuliebe“. Fühl wirklich, wie das ist, wenn
00:06:19: du Dinge aus Liebe tust. Das ist wie ein Geschenk, was du machst. Du tust es nicht, weil du gezwungen
00:06:28: bist, sondern es ist eine freie Entscheidung aus Liebe, aus Selbstliebe oder aus Liebe zu anderen.
00:06:38: Wenn sich die Beschreibung ändert von Muss zu Liebe,
00:06:42: dann ändert sich auch die Erlebensweise. Das ist ein anderes Grundgefühl.
00:06:49: Und ich glaube, du kannst diesen Unterschied wirklich fühlen. Und wenn dir diese neue
00:06:55: Orientierung gefällt, dann behalt sie bei als liebevollen Hintergrund für das, was du tust.
00:07:06: Und natürlich gilt das auch in Zukunft: Wenn ein Muss in deinen Gedanken auftaucht, kannst
00:07:11: du schauen, was der liebevolle Wunsch dahinter ist. Und du kannst die Liebe in diesem Wunsch
00:07:17: fühlen. Und fühl, wie viel freier und schöner und leichter und einfacher das für den Körper ist,
00:07:25: nicht aus Zwang zu handeln, sondern aus Liebe. Wenn du es tust, tu es aus Liebe.
00:07:35: Und das gilt auch für diese ganzen Geschwister von Muss, wie z.B. ich sollte, ich müsste,
00:07:43: ich darf nicht. Diese Wörter, die uns Spielraum nehmen und Freiheit nehmen,
00:07:51: wenn sie geglaubt werden. Diese Wörter, die den Fokus auf Zwang und auf Druck legen,
00:07:58: statt auf Freiheit und auf Lust und Liebe und Spaß.
00:08:04: Im Alltag kann es sein, dass manche diese Gedanken so geläufig sind, dass wir sie überhören,
00:08:09: dass wir sie gar nicht bewusst wahrnehmen. Und da ist der erste Teil von unserem Experiment wirklich
00:08:16: hilfreich, wo es darum ging: Wie fühlt sich das körperlich an, wenn ein Muss im Spiel ist?
00:08:26: Diese Anspannung zu fühlen und vielleicht Druck und die Verengung auch vom Blickfeld – das zu
00:08:33: bemerken, das ist sind gute Hinweise darauf: Vielleicht ist da gerade ein Muss im Spiel.
00:08:41: Dieses körperliche Feedback kann dich aufmerksam machen für die Gedanken, die da gerade sind. Und
00:08:48: dann kannst du diesen alten Muss-Gedanken ein Update gönnen, eine Neuorientierung auf Liebe,
00:08:57: auf das, was dir wirklich wertvoll ist, liebevoll für dich, liebevoll für andere.
00:09:04: Danke für deine Aufmerksamkeit! Und wenn du Fragen oder Kommentare hast, dann musst du mir schreiben.
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